 Bamberger Bierspezialitäten in der Fastenzeit Schon in der Antike bei den Römern war das Fasten gebräuchlich. Später übernahmen die Christen dieses Ritual im 2. Jh. als 2-tägige Vorbereitung auf das Osterfest. Und im Laufe der Zeit erweiterte die Kirche die Zeit der Enthaltsamkeit auf die noch heute üblichen 40 Tage. Gemäß dem Grundsatz "liquida non frangunt ieiunium" (Flüssiges bricht das Fasten nicht) brauten die Mönche der mittelalterlichen Klöster für die Fastenzeit ein stärkeres, nahrhafteres Bier, um bei Kräften zu bleiben. „Bier ist flüssig Brot“, so sahen es schon die Mönche, die in Bamberg von Anbeginn an maßgeblich das Brauwesen voran brachten.
Heute gibt es in Bamberg mit Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch wieder verschiedene saisonale Bierspezialitäten zu verkosten, die eigens für das vorösterliche Fasten eingebraut wurden:
So wartet zum einen die Brauerei Schlenkerla mit dem Aecht Schlenkerla Fastenbier auf, einem unfiltrierten Rauchbier. Die untergärige Hefe verleiht dem rötlich hellbraunen diesem saisonalen Bier eine leichte natürliche Trübung. Sein Raucharoma ist schon im Geruch erkennbar und wird begleitet von einer edlen Hopfennote. Im Antrunk entfaltet das vollmundige, süffige Fastenbier ein starkes Malzaroma, das durch den Rauchgeschmack und die dezente Bittere im Nachtrunk abgerundet wird. Das Fastenbier wird vom Holzfass ausgeschenkt und bewahrt so sein volles Aroma und die Vollmundigkeit.
Bei der Brauerei Keesmann gibt es seit mehreren Jahren einen Josephi-Bock, der ehedem erst im März erhältlich war und dort aber inzwischen auch ab Aschermittwoch ausgeschenkt wird. Das Bier für die besondere Jahreszeit: Süffig und vollmundig im Geschmack mit dezenter Hopfennote und bernsteinfarbenem Gewand. Mit einem Alkoholgehalt von 6,2% liegt der Josephi Bock im Mittelfeld und ist bekannt für seine gute Bekömmlichkeit.
Und auch der Weisse Bock der Brauerei Mahrs Bräu lädt im gleichen Zeitraum zum Verkosten ein: Das obergärige süffige Bier zeichnet sich durch ein charakteristisches Weizenmalzarmoma aus. Es ist sehr vollmundig und aromatisch im Antrunk und viel leichter trinkbar als ein typischer Bock im Nachtrunk. Seine Farbe steht in Gegensatz zu seiner Bezeichnung, die sich ja auf den Biertypus bezieht, denn der Weisse Bock ist dunkel bis schwarz.
Und wer diese saisonalen Raritäten nicht probiert, der verpasst `was!
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