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Bierstadt Bamberg

Bamberger Bierschmeckertouren

Biergenuss "auf" dem Keller
König Ludwig I. sei Dank:
Ohne ihn gäbe es heute keine Bierkeller

Bamberg genießt den Ruf als Bierstadt Deutschlands. Und das mit Recht. Die zehn lokalen Brauereien sind dabei nicht das einzige Aushängeschild, vor allem die urgemütlichen Bierkeller am Stephansberg und am Kaulberg untermauern die Ausnahmestellung Bambergs in Sachen Gerstensaft. Wobei die Entstehung der Bierkeller einem königlichen Entschluss zu verdanken ist. Ludwig I. von Bayern hatte nämlich bestimmt, dass Bier nur in den Wintermonaten zwischen "Michaeli und Georgi" gebraut werden durfte. Da das Volk aber nicht auf den Genuss von untergärigem Bier verzichten wollte, welches zum Gären eine Temperatur von vier bis acht Grad benötigt, ließen die findigen Brauer tiefe Kellerhöhlen in den Fels schlagen. Hier lagerte und reifte das Bier in Fässern unter riesigen Brocken von Natureis, das im Winter aus Flüssen und Seen geschlagen wurde. Zum Schutz vor der Sonnenwärme streuten die Brauer hellen Kies auf die Kellerhöhlen und pflanzten schattenspendende Kastanien oder Linden. An diesem angenehmen Ort wurde im Sommer das frische Bier ausgeschenkt. Die Sache sprach sich schnell herum, und schon bald zogen ganze Scharen von Durstigen "auf den Keller."Mit einem Kopfschütteln kommentieren Touristen immer wieder die Tatsache, dass die Bamberger und ihre Gäste mitgebrachte Brotzeiten auf den Kellern verzehren dürfen. Dabei geht auch diese Tradition auf König Ludwig I. zurück. Um Gaststätten ohne eigenem Bierkeller einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, verbot er das Servieren von Speisen an den provisorischen Schankplätzen. Doch die Bürger waren findig und packten daraufhin Brot, Wurst und Käse in Körbe, bevor sie mit der Familie und guten Freunden auf die Keller schlenderten. Was sich übrigens bis heute nicht geändert hat.Gottseidank.

 Bierkellerkalender

Gerstensaft am Maximiliansplatz

Während andere Städte sich als "heimliche Hauptstadt des Bieres" rühmen, glänzt Bamberg mit Vielfalt und Qualität: Was sich auch bei den Bierfesten in der Innenstadt eindrucksvoll zeigt.
Der Anstoß zum Bierbrauen kam in Bamberg von der Geistlichkeit der Stadt. Das ist bereits fast 1000 Jahre her und seitdem hat sich die Domstadt zur fränkischen Biermetropole entwickelt.
Gerade im 19. Jahrhundert hatte Bamberg mit seinen 65 Brauereien eine in Franken einmalige Stellung inne und selbst heute wird in Bamberg noch in zehn zumeist mittelständischen Brauereien Bier gebraut. Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt München gibt es gerade noch sechs Brauunternehmen. Diese einmalige Tradition erlebt beim alljährlichen "Tag des Bieres", jeweils am 23. April,  ihren Höhepunkt. Die Besucher können dabei die unterschiedlichsten Biersorten vergleichen und genießen. Ungespundenes, Pils, Rauchbier oder neuerdings auch Weißbier - hier gibt es alles, was das Herz eines Biergenießers sich nur wünschen kann. Jeder Schluck ist dabei ein Genuss, denn in Bamberg wird nach uralten Hausrezepten gebraut. Diese werden natürlich gehütet wie der eigene Augapfel. Mit den Massenproduktionen der bekannten deutschen Großbrauereien sind diese Biere nicht zu vergleichen. Im positiven Sinne. Denn wie die gesamte Stadt Bamberg ist auch ihr heimisches Bier ein individuelles und einzigartiges Kulturgut. Welches man Schluck für Schluck genießen kann.

 


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