Geschichte
902: Erste urkundliche Erwähnung eines "Castrum Babenberch" in der Chronik des bedeutenden Geschichtsschreibers Abt Regino von Prühm (840-915) im Zuge der Babenberger Fehde.
1002: Heinrich II., seit 995 Herzog von Bayern, wird nach dem Tod von Kaiser Otto III. zum deutschen König gewählt. 1024 stirbt Heinrich II. und wird im Bamberger Dom beigesetzt. 1139 wird er heilig gesprochen.
1007: Das Bistum Bamberg wird von Heinrich II. gegründet. Bamberg wird Zentrum des heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
1012: Der erste Heinrichsdom wird von Johannes von Aquileja eingeweiht.
1014: Papst Benedikt VIII. krönt im Petersdom in Rom Heinrich II. zum Kaiser.
1047: Papst Clemens II. (zuvor Bischof Suidger von Bamberg) stirbt und wird im Bamberger Dom beigesetzt. Sein Grab ist die einzige Begräbnisstätte eines Papstes nördlich der Alpen.
1093: Bier wird im Testament des Domherren Oudalricus erstmals urkundlich erwähnt. Er verfügte, dass an seinem Todestag Bier und Speisen an die Armen ausgegeben werden. Noch heute gibt es zehn Privatbrauerreien in der Stadt.
1102: Otto I. übernimmt das Bistum Bamberg und wird einer der herausragenden Bischöfe Deutschlands. Er führt das Bistum zu neuer Blüte und erwirbt sich große Verdienste in der Reichspolitik. Unter anderem gründete er zahlreiche Klöster und ließ den 1081 ausgebrannten Dom wiederherstellen. Als kenntnisreicher Bauherr enstanden unter Otto I. zahlreiche Kirchbauten und er ließ die aufstrebende Stadt um einige Viertel erweitern. Am 30.06.1139 stirbt Bischof Otto und wird im Kloster St. Michael auf dem Michelsberg beigesetzt. 1189 wird er heilig gesprochen.
1109: Die Altenburg, auf dem höchsten der sieben Bamberger Hügel gelegen, wird erstmals erwähnt. Sie sichert die Stadt Richtung Westen ab.
1185: Eine Brandkatastrophe zerstört den Dom ein zweites Mal. 1237 fand die Weihe des wiederaufgebauten und bis heute erhaltenen spätromanisch-frühgotischen Neubaus statt, der mit seinem Reichtum an Bauplastik und Schmuck einen unübertroffenen Höhepunkt deutscher Baukunst der Stauferzeit darstellt.
1230: Bamberger Reiter. Er ist die erste lebensgroße Reiterskulptur nach der Antike. Noch heute ist nicht sicher, wen der Bamberger Reiter darstellt. Man vermutet, dass es der Heilige Stephan von Ungarn (969-1038) sein könnte.
1386/87: Bau des ersten Rathauses (heutiges "Altes Rathaus") auf einer künstlichen Insel in der Regnitz. Es befindet sich an auf der Grenze zwischen bischöflicher (Berg-) Stadt und bürgerlicher (Insel-) Stadt.
1632/1634: Im 30jährigen Krieg bleibt Bamberg trotz zweimaliger Besetzung durch die Schweden im wesentlichen unzerstört. Kulturelle Höhepunkte, ausgezeichnet durch monumentale Bauten, waren im Hochmittelalter die Regierungsperioden der Bischöfe des Andechs-Meranier-Geschlechts, und im Spätbarock die Amtszeiten der Bischöfe des Schönborn-Geschlechtes.
1633: Der Bamberger Fürstbischof Johann Georg II., Fuchs von Dornheim stirbt. Unter seiner Regierung erlebte die Hexenverfolgung in Bamberg und Umgebung ihren traurigen Höhepunkt.
1647: Gründung der Universität. 1803 Aufhebung der Universität. 1972 Wiedergründung als Gesamthochschule; seit 1979 erneut Universität. Seit 1988 führt sie wieder den Namen "Otto-Friedrich-Universität Bamberg".
1693-1746: "Schönborn-Zeit". Barocke Umgestaltung Bambergs unter den Fürstbischöfen Lothar Franz und später Friedrich Karl von Schönborn. Große Baumeister und Architekten wirkten in der Stadt, unter ihnen Balthasar Neumann, die drei Gebrüder Dientzenhofer, Lucas von Hildebrandt, Maximilian Welsch und Joh. J. Michael Kügel.
1698: Der Marktbrunnen mit Neptunsfigur, genannt "Gabelmann" (im Volksmund "Goblmoo") erhält seinen Platz am Grünen Markt. Heute ist der Brunnen ein beliebter Treffpunkt für die Jugend.
1707-1713: Das barocke Böttingerhaus ist wohl das berühmteste Bürgerhaus Bambergs. Es wurde von Johann Ignaz Tobias Böttinger erbaut.
1714-1722: Wasserschloss Concordia. Aufgrund der unzulänglichen Wohnbedingungen im Böttingerhaus gab Böttinger ein neues Palais in Auftrag, das Wasserschloss Concordia. Als Architekten gewinnt er Johann Dientzenhofer.
1767: Wolfgang Heller gründet eine Brauerei , das spätere "Schlenkerla", mit der bekannten Bierspezialität, dem Rauchbier.
1802/1803: Säkularisation. Das Hochstift Bamberg fällt an Bayern. Im Zuge der Säkularisation Zerstörung und Zerschlagung von zahlreichen Kirchen und Klöstern.
1808-1813: E.T.A. Hoffmann, das romantische Multitalent, wirkt in Bamberg als Theaterkapellmeister, Schriftsteller, Musiklehrer, Bühnenmaler, Dichter, Regisseur und Musikkritiker.
1841: Mit dem Anschluss an den Ludwig-Donau-Main-Kanal und insbesondere an das Eisenbahnnetz 1844 sowie durch den Ausbau der städtischen Infrastruktur begann eine Phase der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine besondere Bedeutung genoss neben dem traditionellen Gartenbau der Hopfenhandel.
1919: Die "Bamberger Verfassung" entsteht, als die Stadt unter Johannes Hoffmann und seinem Kabinett von April bis August bayerischer Regierungssitz wird, während in München die Räterepublik ein kurzes Zwischenspiel gibt.
1946: Die Bamberger Symphoniker werden gegründet. Das Orchester formiert sich aus Musikern der "Prager Philharmonie", die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges vertrieben wurden und in Bamberg eine neue Heimat fanden. Den Zweiten Weltkrieg konnte Bamberg fast unbeschadet überstehen. Sein in tausend Jahren gewachsener städtebaulicher Organismus als fränkische Kaiser- und Bischofsstadt wurde in den folgenden Jahren in vorbildlicher Weise restauriert.
1950: Die erste "Sandkerwa" - heute das größte Altstadtfest in Bamberg – soll an die Weihe der Elisabethenkirche im Sandgebiet erinnern.
1962: Mit dem Anschluss der Regnitz an den Main–Donau–Kanal wird der neue Bamberger Hafen in Betrieb genommen. Bamberg bemüht sich, trotz des Ausbaus der Stadt zum modernen wirtschaftlichen und industriellen Zentrum das traditionelle Bild der Stadt zu erhalten.
1993: Ernennung der Altstadt Bamberg zum Weltkulturerbe durch die UNESCO. Mit seinem historischen Stadtbild repräsentiert Bamberg auf einzigartige Weise die Entwicklungsgeschichte einer mitteleuropäischen Stadt.
1998: Eröffnung des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, welches Ausstellungen moderner Kunst im öffentlichen Raum initiiert. Der Ankauf moderner Plastiken von Fernando Botero und Igor Mitoraj durch die Bürgerschaft ermöglichte im Juni 2001 den Anfang für den Bamberger Skulpturenweg.
2002: Die Bayerische Landesausstellung 2002 zur Geschichte Heinrichs II. und seiner Zeit war mit über 205.000 Besuchern ein großer Erfolg. Vom 9. Juli bis zum 20. Oktober 2002 wurden auf dem Bamberger Domberg an fünf Schauplätzen Besucher in die Zeit des Mittelalters entführt. Ein nachgebautes mittelalterliches Gehöft und Austellungen in der Alten Hofhaltung, der Staatsbibliothek und im Diözesanmuseum zeichneten ein Bild vom Leben und Wirken des Kaisers anhand von ausgewählten Exponaten und Inszenierungen. Der Dom und seine Westkrypta vermitteln nach wie vor ein eindrucksvolles Bild der größten Stiftung des Kaiserpaares.
2003: Im Juli diesen Jahres wurde nach dreijähriger Bauphase die Namensgeberin des Internationalen Künstlerhauses, die Villa Concordia durch den Ministerpräsidenten, Dr. Edmund Stoiber, eröffnet.
Am 3. Oktober wurde die Fertigstellung und Wiedereröffnung des E.T.A.Hoffmann-Theaters gefeiert. Nach umfangreichen Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten nach dem Gebäudebrand, der am 27. Juli 2000 die Sanierungsarbeiten unterbrach, kann nun das Ensemble nach einer drei Jahre währenden "Wanderspielzeit" wieder in sein Stammhaus zurückehren.
2007:
Dieses Jahr feiert die Stadt Bamberg den tausendstens Jahrestag der Bistumsgründung. Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto "Unterm Sternen-
mantel" - 1000 Jahre Bistum Bamberg.
Mehr zur Bayerischen Gechichte: Bayern-Bilder, eine Wanderaustellung des Haus der Bayerischen Geschichte
|