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"Brandmal" von Miriam Giessler und Hubert Sandmann

Hexenmahnmal

Die bodennahe Lichtskulptur erinnert an die Opfer der unrechtmäßigen sog. Hexenprozesse und Hexenverfolgungen

Die bodennahe Lichtskulptur „Brandmal“, aus Cor-Ten-Stahl und Acrylglas, die von den Essener Künstlern Miriam Giessler und Hubert Sandmann geschaffen wurde, erinnert als „Hexenmahnmal“ an die Opfer der Verfolgungen im einstigen Hochstift Bamberg. Vor allem zwischen 1612 und 1631 war das Hochstift traurige „Hochburg“ der sog. Hexenverfolgungen. In mehreren Wellen wurden rund 1000 unschuldige Menschen, Frauen, Männer und auch Kinder, grausam gefoltert und ermordet.

Auf der beigefügten Tafel steht: „Ihr Leid verpflichtet uns zum Aufstehen gegen Ausgrenzung, Machtmissbrauch, Entwürdigung und jede Art von Fanatismus.“

Im 17. Jahrhundert war das Hochstift Bamberg, Schauplatz eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte. Schon unter Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen (1575 bis 1622), verstärkt dann aber unter Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs Freiherr von Dornheim (1586 bis 1633) sowie seinem Weihbischof und Generalvikar Friedrich Förner (1570 bis 1630), fand eine der grausamsten "Hexenverfolgungen“ Europas statt. In drei Prozesswellen wurden zwischen 1612 und 1630/31 bis zu 1000 Frauen, Männer und Kinder der Hexerei bezichtigt, grausam gefoltert und ermordet.

Zunächst fanden die Hinrichtungen in Zeil am Main statt. Der Bau des Malefizhauses oder Trudenhauses als Hexengefängnis im Jahr 1627 (heute: Franz-Ludwig-Straße / Promenade, 1635 bereits wieder abgerissen) war ein weiterer trauriger Höhepunkt. Nach dem Tod Friedrich Förners (1630) als einer der zentralen Figuren dieser Zeit und der Besetzung des Hochstifts durch schwedische Truppen im Laufe des 30-jährigen Krieges (1632) fanden diese unrechtmäßigen Verfolgungen ein rasches Ende. Dazu trug vor allem das Eingreifen des Reichshofrats, des obersten kaiserlichen Gerichts in Wien, ebenso bei sowie Initiativen der päpstlichen Kurie.


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