Er ist der bekannteste Verräter der christlich-abendländischen Kultur: Judas Ischariot, Jünger Jesu der ersten Stunde, der kaltblütig und kalkuliert für dreißig Silberlinge das Leben seines Freundes an seine Mörder verkaufte. Soweit die Anklage. Was aber sagt die Verteidigung?
Unschuldig, behauptet Walter Jens in seiner „Verteidigungsrede des Judas Ischariot“, und die Beweislage ist klar. Er lässt den Angeklagten selbst zu Wort kommen, den Menschen, ohne den der christliche Märtyrer-Mythos nicht erzählt werden könnte. Mit (theo-)logischer Gnadenlosigkeit und Leidenschaft verteidigt Judas seine Entscheidungen, hadert, zweifelt, prangert jahrtausendalten christlichen Antisemitismus an, fordert alle, die ihn hören, zum Denken auf – und sieht sich schlussendlich gezwungen, die Frage nach seiner Rolle im göttlichen Plan noch einmal ganz neu zu stellen …
„Judas“ ist ein pointiertes, sezierendes Stück Literatur; vor allem ist es ein nachdrückliches Plädoyer dagegen, Menschen oder Menschengruppen zu Sündenböcken zu machen. Das Team aus Regisseur Tim Adam und Schauspieler Marek Egert, die bereits gemeinsam mit „Die Welt im Rücken“ die Gewölbe-Bühne zum Beben brachten, erzählen die Geschichte des vermeintlichen Verräters mit neuer Unmittelbarkeit und Greifbarkeit. Bibellektüre auf Hochspannung!
Regie: Tim Adam Bühne & Kostüm: Anais Buzduga Dramaturgie: Lea Mantel
Mit: Marek Egert
Datum: 31. Oktober 2026
Zeit: 20:00 Uhr
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„Kultur.Bamberg – der offizielle Veranstaltungskalender für Stadt und Landkreis Bamberg“