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Nouvelle Vague

Von Beginn an ist klar: „Nouvelle Vague“ ist kein typischer Film von Richard Linklater, und zugleich eine Essenz dessen, was seine Arbeit seit jeher ausmacht.

Datum: 12. März 2026

Zeit: 18:45 Uhr


Der Texaner, der mit Werken wie „Boyhood“, „Before Sunrise“ und zuletzt „A Killer Romance“ immer wieder neue filmische Formen für Zeit, Erinnerung und Identität gefunden hat, nähert sich diesmal einer der großen Ikonen des Weltkinos: Jean-Luc Godards „Außer Atem“, jenem radikal frei montierten Debüt, das 1959 zur Geburtsstunde der neuen französischen Welle wurde. Dabei fließen Vergangenheit und Gegenwart ineinander.
Anstatt sich einer nostalgischen Verklärung hinzugeben, zerlegt Linklater den Mythos mit feiner Ironie, cinephiler Zärtlichkeit und seinem typischen Interesse am kreativen Prozess. Nouvelle Vague ist dabei vieles zugleich: Filmbiografie, Hommage, Meta-Essay und eine behutsame Demontage jenes Heldenbildes, das sich um Godard und die Anfänge der Nouvelle Vague gebildet hat. Vor allem aber: ein präzise komponierter Film, der sich bewusst jeder konventionellen Erzählstruktur verweigert.

Im Zentrum steht der junge Jean-Luc Godard (Guillaume Marbeck), der 1959 mit wenig Geld und viel Trotz ein Projekt realisiert, das das Kino revolutionieren soll. Linklater zeichnet kein glorifizierendes Porträt, sondern zeigt eine widersprüchliche Figur: intellektuell überhöht, impulsiv und zugleich getrieben von künstlerischem Zweifel. Nouvelle Vague blickt hinter die Fassade des Genies und macht die kreative Reibung spürbar, voller Unsicherheiten, Spannungen und Kompromisse. Besonders in den Szenen zwischen Godard und Jean Seberg, fein und zurückgenommen gespielt von Zoey Deutch, findet der Film aber auch zu stillen Momenten emotionaler Wahrheit, die an Linklaters frühere Beziehungsdramen erinnern. (kino-zeit.de)

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