Seit über 600 Jahren haben die Erwerbsgärtner mit ihren typischen Häusern und den langen schmalen Hausgärten Anbauflächen entwickelt, die zum Teil noch heute bewirtschaftet werden und Bestandteil des UNESCO-Welterbes sind. Ein Kleinod inmitten dieses Altstadt-Teils ist das Gärtner- und Häckermuseum.
Es bietet als Freilichtmuseum in einem Gärtnerhaus des 18. Jahrhunderts mit dem Hausgarten Einblick in die Lebenswelt einer wohlhabenden Gärtnerfamilie um 1900. Die Ausstellung präsentiert in Objekt und Film die Arbeitsweisen, den europaweiten Handel mit Gemüse, Saatgut und Süßholz, die Zunft sowie die religiösen Bräuche der Gärtner und Häcker (fränkisch für Weinbauern).
Im Hausgarten werden die Kulturpflanzen der beiden Berufsgruppen inklusive des Süßholzes angebaut, für das Bamberg seit etwa 1500 ein Quasimonopol hatte. Auch die Zwiebel fehlt nicht, der die Bamberger Bürgerschaft ihren Spitznamen „Zwiebeltreter“ verdanken.
An den Museumsgarten schließt sich der Sortengarten an, indem das „grüne Erbe“ der Bamberger Gärtner bewahrt wird. Auf rund 400 Quadratmetern wachsen alte Lokalsorten wie Bamberger Hörnla, Rettich, Wirsing, Zwiebel oder Süßholz – Pflanzen, die über Jahrhunderte von den Gärtnern weitervermehrt wurden. Seit 2012 macht der Schaugarten mit rund 30 Nutzpflanzenarten aus Bamberg und der Region Artenvielfalt, Geschichte und Umweltbildung erlebbar. Ein besonderes Beispiel ist die wiederentdeckte und neu gezüchtete Bamberger birnförmige Zwiebel. Gepflegt wird der Garten vom Verein „Bamberger Sortengarten – Grünes Erbe Bamberg“.





