Die Staatsbibliothek Bamberg bewahrt herausragende Zeugnisse des Kulturerbes der Menschheit, darunter einzigartige mittelalterliche Handschriften, seltene Frühdrucke und andere bedeutende Dokumente aus vergangenen Zeiten. Aus konservatorischen Gründen können diese fragilen und empfindlichen Schätze nur selten im Original gezeigt werden. Faksimile-Ausgaben, also originalgetreue Reproduktionen alter Bücher und Dokumente, schaffen hier Abhilfe. Eine Auswahl ist vom 1. Februar bis 3. April 2027 im Zuge der Ausstellung SCHÖNER SCHEIN zu sehen.
Oft sind sie auf den ersten Blick von den Originalen, die sie wiedergeben, nicht zu unterscheiden. Alle Details der Vorlage – die Buchmalerei und die Vergoldung, das Pergament und sogar der Einband – werden mit modernen Reproduktionsverfahren nachgeahmt.
Um den Besucherinnen und Besuchern ausgewählte Sammlungsstücke zugänglich zu machen, zeigt die Ausstellung Faksimile-Ausgaben einiger berühmter mittelalterlicher Handschriften. Zum Weltdokumentenerbe der UNESCO zählen das karolingische Lorscher Arzneibuch aus der Zeit um 800 sowie die Bamberger Apokalypse, die circa 1010 auf der Klosterinsel Reichenau im Bodensee entstand. Faksimile-Ausgaben von Handschriften der Geheimen Offenbarung des Johannes, die sich heute in anderen Bibliotheken befinden, ermöglichen einen Einblick in die Entwicklung der Bilderzyklen zur Apokalypse. Der Bamberger Psalter von 1220/30, geschmückt mit farbenprächtiger Buchmalerei und versehen mit einem einzigartigen Hornplatteneinband, zählt zu den bedeutendsten Werken der süddeutschen Buchkunst des Hochmittelalters.
Präsentiert wird mit dem um 1463 gedruckten Ackermann von Böhmen auch eines der ältesten Bücher, das in Bamberg erschien, wo sich der Drucker Albrecht Pfister noch zu Lebzeiten von Johannes Gutenberg niedergelassen hatte. Ein Nürnberger Schreibmeisterbuch zeigt das hohe Niveau, welches die Kunst des Schönschreibens im 16. Jahrhundert erreicht hatte.
Einen erschütternden Einblick in die Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit gibt der Abschiedsbrief des Bamberger Bürgermeisters Johannes Junius, den er in Gefangenschaft im sogenannten Malefizhaus am 24. Juli 1628 kurz vor seiner Hinrichtung an seine Tochter Veronika schrieb. Nach der Säkularisation des Hochstifts Bamberg lebte E. T. A. Hoffmann einige Jahre in der Domstadt; sein literarisches und künstlerisches Werk nimmt immer wieder Bezug auf die Eindrücke aus Franken, so auch beim Bamberger Bürgermilitär.
Datum: 1. Februar 2027
Zeit: 09:00 Uhr
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