Wagner und Russland? Kann das – ausgerechnet heute – ein Thema sein? Und ob! Russland spielte im Leben und Nachleben Wagners eine bedeutende Rolle. Der Musik- und Theaterwissenschaftler Eckart Kröplin, der lange als Hochschulprofessor in Leipzig und unter anderem als Chefdramaturg an der Dresdner Semperoper wirkte, hat 2025 mit „Richard Wagner und Russland“ (J.B. Metzler Verlag) ein Buch vorgelegt, das aus guten Gründen in der Fachzeitschrift Opernwelt sofort zum „Buch des Monats“ gekürt wurde.
In Wagners Verhältnis zu Russland bzw. Russlands Verhältnis zu Wagner spiegelt sich ein facettenreiches Spannungsfeld europäischer Kulturgeschichte. Neben den biografischen Verbindungen – Wagner wirkte als Kapellmeister in Riga, war ein Mitstreiter des Anarchisten Michail Bakunin und unternahm 1863 eine große Konzertreise nach Sankt Petersburg und Moskau – ist auch aufschlussreich, was Wagner über die Musik seiner russischen Kollegen dachte und wie umgekehrt seine Werke zu Lebzeiten und bis heute in Russland rezipiert werden. So gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen regelrechten Wagner-Boom auf russischen Bühnen, den erst die Oktoberrevolution beendete.
„Die Fakten“, heißt es in der Opernwelt-Kritik, „bieten bereits das Bild eines empfindlichen Verhältnisses, bei dem auch Minderwertigkeitsgefühle der westlichen Tradition gegenüber (bei russischen Komponisten) und schnödes Desinteresse (von Wagner an der russischen Musik) eine Rolle spielen. Die Problematik der deutsch-russischen Beziehung: Man vermeint sie wie in einem Brennglas zu sehen.“ Eckart Kröplin wird sich dazu in einem offenen Gespräch mit einem kenntnisreichen Mitglied des RWV Bamberg austauschen. Der Eintritt zu der Veranstaltung des Richard-Wagner-Verbands Bamberg in Kooperation mit der Kufa ist frei, auch für Nicht-Mitglieder.
Datum: 24. September 2026
Zeit: 19:30 Uhr
Diese Veranstaltung wird Ihnen präsentiert von:

„Kultur.Bamberg – der offizielle Veranstaltungskalender für Stadt und Landkreis Bamberg“